A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z




Traumdeutung Archetypen

Archetypen sind Urbilder, die jeder Mensch tief in seinem Unterbewu√ütsein bewahrt. In gewisser Hinsicht sind sie "√ľbersinnliche" Baupl√§ne. Diese Baupl√§ne - obwohl potentiell vollkommen - k√∂nnen durch Kindheitserlebnisse, Sozialisation und sogar durch die Erfahrung von Elternschaft verzerrt werden. C. G. Jung machte den Anfang bei der Erforschung der Archetypen und gliederte ihre Funktion in Denken, F√ľhlen, sinnliches und intuitives Wahrnehmen. Einige von Jung Sch√ľlern erarbeiteten eine Art "Landkarte", mit deren Hilfe es m√∂glich ist, das Wechselspiel dieser T√§tigkeiten aufzuzeigen und festzustellen, wo jeweils individuelle Verzerrungen in Erscheinung treten. Jede Funktion hat "positive" und "negative" Eigenschaften, die mit den adjektiven "mehr" oder "weniger" vielleicht besser umschrieben werden k√∂nnen. Jede der m√§nnlichen und weiblichen Seiten der Pers√∂nlichkeit besitzt diese vier Funktionen, so da√ü insgesamt 64 (acht mal acht) Interaktionen m√∂glich sind. Dort, wo eine Verzerrung auftritt, neigt der Mensch zur Projektion auf jene Archetypen in seiner Umgebung, mit denen er die gr√∂√üten Schwierigkeiten hat (h√§ufig ist dies der Schatten).

Folglich gibt es eine Tendenz, Situationen so lange zu wiederholen (zum Beispiel die Frau, die sich immer wieder mit einer Vaterfigur in engen Beziehungen wiederfindet, oder der Mann, der ein ums andere Mal in Streit mit weiblichen Vorgesetzten gerät), bis man gelernt hat, angemessen mit seinen Verzerrungen umzugehen und sie zu verstehen. Gelingt es jedoch, sich die eigenen und die Projektionen, die andere Menschen auf einen haben, bewußt zu machen, dann können diese angenommen werden, ohne daß man selbst dabei zu Schaden kommt. Die vollkommene Ausgewogenheit wäre dann erreicht, wenn alle Seiten der Persönlichkeit so zum Ausdruck gebracht werden können, wie folgendes:

Männlich:
-liebevoller Vater = postiv
-Ungeheuer = negativ
-strahlender J√ľngling = postiv
-Herumtreiber = negativ
-Held = positiv
-Schurke = negativ
-Priester = positiv
-Zauberer = negativ

Weiblich:
-liebevolle Mutter = positiv
-distruktive Mutter = negativ
-Prinzessin = positiv
-Sirene = negativ
-Amazone = positiv
-Wettkämpferin = negativ
-Priesterin = positiv
-Hexe = negativ

- Der liebevolle Vater und die liebevolle Mutter sind selbsterklärend.
- Das Ungeheuer symbolisiert negativ eingesetzten männlichen Zorn.
- Die destruktive Mutter kann willentlich zerstören oder einfach nur erstickend sein. (Das ist die Mutter, die bei ihren Kindern angemessenes Wachstum verhindert).
- Der strahlende J√ľngling und die Prinzessin sind die eher liebensw√ľrdigen, lebenslustigen Seiten der Pers√∂nlichkeit.
- Der Herumtreiber steht f√ľr m√§nnliche Unbest√§ndigkeit.
- Die Sirene, die Verf√ľhrerin steht f√ľr die aktive weibliche Sexualit√§t.
- Der Held ist der selbständige, messianische Teil der Persönlichkeit.
- Die Amazone dagegen steht f√ľr das selbstzufriedene Weibliche - der leistungsorientierte Typ Karrierefrau.
- Der Schurke ist der maskuline Anteil des Selbst, der Macht f√ľr seine Zwecke nutzt.
- Die Wettkämpferin die typische "Emanze", die meint, sie käme ohne Männer aus (wie Amazone).
- Priester oder Priesterin stellen die intuitiven Kräfte dar, die im Dienst des "großen Ganzen" stehen.
- Der Zauberer bringt seine Macht gef√ľhllos zum Einsatz.
- Die Hexe bringt ihre Macht eher emotional und möglicherweise negativ zum Einsatz.

Die liebevolle Mutter: Sie spiegelt das traditionelle Bild der f√ľrsorglichen Mutter wider, die Verletzungen verzeiht und immer verst√§ndnisvoll ist. Weil diese Seite des weiblichen bis heute gro√üe Wertsch√§tzung erf√§hrt, kann es noch immer leicht geschehen, da√ü sie auf Kosten anderer Pers√∂nlichkeitsaspekte √ľberentwickelt wird.
Die destruktive Mutter: Bei diesem Archetyp handelt es sich entweder um eine erstickende Auspr√§gung von M√ľtterlichkeit oder um die offen destruktive, verbietende Frau. Oft ist es diese Art Mutter, welche die Beziehungen des Tr√§umenden willentlich verhindert oder ihm, aufgrund ihres Einflusses auf ihn, das Zugehen auf andere Menschen erschwert.

Die Prinzessin: Dieser Archetyp stellt den lebenslustigen, unschuldigen und kindlichen Aspekt des weiblichen dar. Die Prinzessin ist absolut spontan und hat gleichzeitig ihre ganz eigene Weise, mit anderen Menschen umzugehen.

Die Sirene: Dieser Archetyp steht f√ľr die Verf√ľhrerin, f√ľr die Frau, die sich ihrer Sinnlichkeit und Sexualit√§t bewu√üt ist. In Tr√§umen erscheint sie oft in historischen, flie√üenden Gew√§ndern, um ihre erotische Ausstrahlung zus√§tzlich zu betonen.

Die Amazone: Sie ist die selbständige Frau, die meint keinen Mann zu brauchen; in vielen Karrierefrauen steckt eine große Portion Amazone. Sie hat Freude an forschen, angriffslustigen, intellektuellen Wortgefechten.

Die Wettkämpferin: Hinter ihr verbirgt sich die Frau, die mit allen und jeden konkurriert - mit Männern und Frauen gleichermaßen - und die alles daransetzt, um zu beweisen, daß sie ihr Leben selbst in die Hand nehmen kann.

Die Priesterin: Bei ihr handelt es sich um eine äußerst intuitive Frau, die gelernt hat, den Fluß der Informationen zu kontrollieren und ihn zum Wohl der Allgemeinheit zu nutzen. Sie ist in ihrer inneren Welt vollkommen zu Hause.

Die Hexe: Auch sie ist √ľberaus intuitiv, nutzt jedoch ihre Energie f√ľr die eigenen Zwecke. Sie entscheidet rein subjektiv und verliert daher ihr kritisches Urteilsverm√∂gen.

Der liebevolle Vater: Diese Seite des M√§nnlichen ist das traditionelle Bild des zugewandten Vaters, der die F√§higkeit besitzt, f√ľr das Kind in sich und in anderen zu sorgen, und in seinen Entscheidungen unersch√ľtterlich und absolut fair ist.

Das Ungeheuer: Es stellt die w√ľtende, aggressive, angsterregende Seite des M√§nnlichen dar. Der strahlende J√ľngling: Die lebenslustige, neugierige
Seite des Männlichen ist sowohl empfindsam als auch kreativ. Hinter ihr verbirgt sich Peter Pan, der nie erwachsen geworden ist.
Der Herumtreiber: Er stellt den freiheitsliebenden Mann, den ewigen Wanderer, den Zigeuner dar. Er hält niemanden die Treue, und ihn treibt ausschließlich die Aussicht auf das nächste Abenteuer voran.

Der Held: bei ihm handelt es sich um einen Mann, der sich dazu entschlossen hat, seine Erkundungsreise auf eigene Faust zu unternehmen. Er kann Angebote abw√§gen und sicher √ľber den n√§chsten Schritt entscheiden. Im Traum erscheint er oft als messianische Figur. Er errettet die verzweifelte Maid, aber nur, wenn ihn dies in seinem eigenen Wachstum voranbringt.

Der Schurke: Dieser Archetyp steht f√ľr den vollkommen selbsts√ľchtigen Mann, der sich nicht darum k√ľmmert, auf wem er bei der Suche nach sich selbst herumtrampelt. Seine Art von M√§nnlichkeit offenbart sich Frauen h√§ufig erst im Beziehungsalltag. Im Traum ist er oft eine bedrohliche Figur, die wiederkehrt, wenn sich die Frau nicht mit seiner Selbstsucht abgefunden hat.

Der Priester: Der intuitive Mann erkennt und versteht die Kraft seiner Intuition, und er nutzt sie im Dienste seines Gottes und der Allgemeinheit. In den Traum kann er als Schamane oder heidnischer Priester eingehen.

Der Zauberer: Dieser Mann nutzt sein Urteilsverm√∂gen absolut leidenschaftslos f√ľr Gutes und Schlechtes gleicherma√üen, aber nur, weil er die Aus√ľbung von Macht genie√üt. In einer negativeren Sichtweite ist er der Schwindler oder Meister unerwarteter Ver√§nderungen.
Spirituell:
Wenn der Träumende Zugang zu allen Archetypen gleichermaßen hat, dann ist er bereit, eine Einheit und ganz zu werden.


Das Lexikon von Traumdeutung-Traumsymbole.de umfaßt über 9000 Erklärungen und Deutungen zu Begriffen des alltäglichen Lebens. Die Begriffserklärungen sind dazu gedacht, einen ersten Anhaltspunkt über die mögliche Bedeutung eines Traumes zu bekommen, und können eine professionelle Traumdeutung nicht ersetzen.
www.viversum.de