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Traumdeutung Landschaft

Die Landschaft, in der ein Traum spielt, kann ein wichtiger Teil der Deutung sein. In der Regel spiegelt sie die Gef√ľhle und Vorstellungen des Tr√§umenden und daher seine Pers√∂nlichkeit wider. Eine h√§ufig wiederkehrende Landschaft kann auf eine Gegend verweisen, in der sich der Tr√§umende als Kind sicher gef√ľhlt hat; sie kann auch ein Gef√ľhl oder ein Problem symbolisieren, mit dem er bisher nicht ins Reine kommen konnte. Landschaften stellen eher gefestigte Gef√ľhle dar als momentane Stimmungen. Sie steht allgemein f√ľr unerf√ľllte Sehns√ľchte, die aber noch Wirklichkeit werden, wenn sie von der Sonne beschienen wird. Eine sonnige Landschaft steht auch f√ľr die Erf√ľllung unserer W√ľnsche nach einem sorglosen, naturverbundenen Leben; liegt sie im Nebel oder ist sie wolkenverhangen, hegen wir im Wachleben tr√ľbe Gedanken, die uns nicht weiterbringen. Eine Felsenlandschaft verweist auf Probleme, eine d√ľstere hingegen auf Pessimismus und Selbstzweifel.

Traumlandschaften k√∂nnen bizarre Eigenschaften haben, um eine bestimmte Botschaft hervorzuheben. Es k√∂nnen beispielsweise B√§ume aus Eis oder Felsen aus Zucker erscheinen. F√ľr die richtige Deutung dieser Symbole ist die Handlung von Bedeutung. Ein Gro√üteil der Tr√§ume bettet sich in eine am Morgen erinnerte Traumlandschaft. Diese Umwelt des Traumgeschehens hat auch, wenn sie nicht direkt zur Handlung geh√∂rt, ihre besondere Bedeutung. Die Traumlandschaft kann einer vertrauten Welt entsprechen: etwa jenem Bergdorf, in dem wir die Ferien erlebten oder l√§nger verweilten. Vielleicht ist es die Umgebung der Stadt, in der wir einst studierten. Sehr oft schieben sich zwei Landschaften wie zusammenkopierte Filme √ľbereinander. Offenbar hat dann der Traum zu tun mit etwas, das mit beiden Landschaften zusammenh√§ngt. Die zweite Landschaft ergibt die Nuancierung des Traumerlebens. Zur bekannten Landschaft oder zu ihrem Teilst√ľck hat man aus der Erinnerung oder aus dem gegenw√§rtigen Erleben zusammenzuholen, was sich auf sie bezieht. Sieht man im Traume die Silhouette einer bekannten Stadt, in dieser aber ein Geb√§ude, etwa eine Kirche, die sonst nicht vorhanden sind, dann hat sich in das Erlebnis ein neues Motiv hineingebaut. Der Baumeister der Tr√§ume hat es f√ľr n√∂tig gefunden, eine religi√∂se Erlebnism√∂glichkeit in unsere Stadtlandschaft zu setzen.

Vielleicht legt er auch eine Br√ľcke da √ľber einen Flu√ü, wo in Wirklichkeit kein √úbergang vorhanden ist. Offenbar handelt es sich darum, gerade hier auf die andere Seite zu kommen. Dieses "hier" ist zu untersuchen. Dabei vergesse man nie: Der Ort der Br√ľcke ist, wie die Furt oder der Pa√ü√ľbergang, ein besonderer Gefahrenort. Der Tr√§umer gibt oft sehr klar an, auf welcher Stra√üe er sich befindet, welches sein Ziel war, Dann ist er eben auf der innern Stra√üe nach der Bedeutung und dem symbolischen Gehalte jenes erw√§hnten Ortes. Ebenso oft wie in bekannter oder teilweise bekannter Gegend findet man sich mit seinem Traumunternehmen in einer fremden, in einer allgemein unbekannten Landschaft. So geht es durch dunkle W√§lder, √ľber gro√üe Ebenen, oder man ist auf einer Wanderung durch das Gebirge. Hier ist die Landschaft immer symbolisch. So tr√§umt sich ein Mann nach einer gro√üen geistigen Leistung, verbunden mit einer mehrj√§hrigen Schaffenseinsamkeit, auf dem Abstieg aus k√ľhler Gletscherwelt hinab ins Tal. Er begegnet wieder Menschen und erf√§hrt von ihnen, da√ü er sehr lange in der H√∂he, in Einsamkeit und K√§lte gelebt hat. Vielleicht ist diese Landschaft dennoch nicht so furchtbar wie die W√ľste in der Wirklichkeit und in unsern Tr√§umen. Da geht das Lebenswasser aus, da droht das Versengende, da wimmelt es in manchen Tr√§umen von Schlangen. Es ist W√ľstenzeit in diesem Tr√§umer, und sie holt die gef√§hrlichen Einsamkeits- Ph√§nomene herauf, das Stimmen- H√∂ren, die Halluzinationen und Visionen, kurz, den Verlust der lebendigen Wirklichkeitsbeziehung. Dem Tr√§umer k√∂nnen auch sehr liebwerte Landschaften geschenkt werden. Dazu spiegelt sich in der Landschaft die Jahreszeit, n√§mlich die Lebenszeit, in der der Tr√§umer steht wieder.

Ein Hinweis auf die Gefahren der Winterlandschaft bedarf es kaum der besonderen Erw√§hnung, da√ü eine Fr√ľhlingslandschaft mit frischgr√ľnen Wiesen, jungen Kornfeldern und bl√ľhenden B√§umen positiv zu deuten ist auch nicht. Mancher Tr√§umer fragt sich freilich, wieso es in ihm gr√ľnen und bl√ľhen mag, da er bewu√üt so schwer durch die Dunkelheit, durch den "Winter seines Mi√üvergn√ľgens" (Goethe) zu gehen habe. Dann ist eben der Aufbruch des Neuen, des Fr√ľhlings, sozusagen erst in einem unbewu√üten Geschehens angelangt. Ernte- und Fr√ľchtelandschaft ist selbstverst√§ndlich eine gute Landschaft. Schwer f√§llt es manchen √§lteren Tr√§umer, bewu√üt anzunehmen, da√ü er im Herbste seines Lebens steht. Dann m√ľssen die Tr√§ume ihm sagen, da√ü sein Sommer dahin ist. In solch einem Traume bewegt sich etwa ein Zug struppiger Bergpferde mit Blachewagen durch die Landschaft, deren H√§nge gelb und rot sind vom Herbstlaub der W√§lder. Auch der Tr√§umer fern der Meeresk√ľste kann sich in eine Landschaft am Meer tr√§umen.

Wo nicht pers√∂nliche Erinnerungen vorwiegen, da handelt es sich um unseren Anteil am Urmeer des kollektiven Unbewu√üten. Jung sagt in seinem Werk: "Das Meer ist das Symbol des kollektiven Unterbewu√ütsein, weil es unter spiegelnder Oberfl√§che ungeahnte Tiefen verbirgt." Und: "Das Meer ist ein beliebter Entstehungsort f√ľr Visionen, d.h. Einbr√ľche unbewu√üter Inhalte." Ver√§ndert sich die Landschaft zwischen Traumbeginn und -ende, so ist es vielleicht erforderlich, etwas im allt√§glichen Leben zu erneuern.

Spirituell:
Auf der spirituellen Ebene kann eine Landschaft im Traum auf Verbesserungen hinweisen, die der Träumende bewirken kann, indem er sich mit seinen Stimmungen und Einstellungen befaßt.

- man hat eine Sehnsucht, die nicht befriedigt wird;
- sch√∂ne, sonnige sehen: du hast Aussicht auf frohe genu√üreiche Stunden; bedeutet Gl√ľck, Freude und Liebe;
- sich in einer sch√∂nen und fruchtbaren Landschaft mit reichen Getreidefeldern und sauberen Fl√ľssen befinden: es stehen einem au√üerordentlich gute Zeiten bevor; man wird Reicht√ľmer anh√§ufen;
- √∂de, d√ľstere sehen: Ungl√ľck, Verdru√ü; deutet auf Bedr√ľckung, Kummer und Sorgen hin; auch: verhei√üt unruhige Zeiten; das Land wird von Hungersn√∂ten und Krankheiten heimgesucht.






Das Lexikon von Traumdeutung-Traumsymbole.de umfaßt über 9000 Erklärungen und Deutungen zu Begriffen des alltäglichen Lebens. Die Begriffserklärungen sind dazu gedacht, einen ersten Anhaltspunkt über die mögliche Bedeutung eines Traumes zu bekommen, und können eine professionelle Traumdeutung nicht ersetzen.
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