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Traumdeutung Geschlechtsverkehr

Der Geschlechtsverkehr im Traum ist viel hĂ€ufiger als Integrationssymbol zu deuten, als der Wunsch nach SexualitĂ€t. Man möchte etwas anderes integrieren. Achten Sie speziell darauf, wie Sie die Partner charakterisieren wĂŒrden. Wie ist die Stimmung beim Geschlechtsverkehr?

Artemidoros:
Das Kapitel ĂŒber den Geschlechtsverkehr gliedert man am besten in der Weise, daß man zuerst denjenigen bespricht, der im Einklang mit Natur, Gesetz und Sitte steht, dann den gesetzwidrigen und schließlich den widernatĂŒrlichen. Hinsichtlich des nach dem Gesetz erlaubten Geschlechtsverkehrs gilt folgendes: Seiner eigenen Frau beizuwohnen, wenn sie einwilligt, dazu Lust hat und sich gegen den Verkehr nicht strĂ€ubt, ist fĂŒr alle ohne Ausnahme gut; denn die Gattin bedeutet das Handwerk des TrĂ€umenden oder sein GeschĂ€ft, aus dem er Lust und Freude schöpft, dem er wie seiner Frau vorsteht und das er leitet. Das Traumgesicht bezeichnet also den materiellen Nutzen, den man aus seinen TĂ€tigkeiten zieht; denn ebenso wie der Liebesgenuß bereitet auch materiellen Gewinn den Menschen Freude. StrĂ€ubt sich aber die Gattin oder ist sie nicht zu Willen, bedeutet es das Gegenteil.

Dasselbe gilt von der Geliebten. Der Verkehr mit HetĂ€ren in Bordellen bedeutet einerseits einen kleinen Skandal und geringfĂŒgige Ausgaben; denn MĂ€nner, die sich mit diesen Personen einlassen, schĂ€men sich und zahlen obendrein. Andererseits sind HetĂ€ren im Hinblick auf jedes Vorhaben von guter Vorbedeutung; sie werden ja von einigen die "GeschĂ€ftstĂŒchtigen" genannt, und sie geben sich ohne Widerstreben preis. WĂ€hnt man, eine unbekannte Frauensperson zu beschlafen, und ist diese wohlgewachsen, anmutig, kostbar und fein gekleidet, mit goldenen Halsketten behĂ€ngt und bietet sie sich selbst an; so ist das fĂŒr den TrĂ€umenden ein gutes Zeichen und kĂŒndigt ihm einen großen Erfolg in seinen Unternehmungen an; ist es aber ein altes, hĂ€ĂŸliches, mißgestaltetes und in Lumpen gehĂŒlltes Weibsbild, das sich ĂŒbel auffĂŒhrt und sich nicht hergeben will, so bedeutet es das Gegenteil von dem, was die vorige bedeutet. Unbekannte Frauenspersonen haben nĂ€mlich als Abbilder von Unternehmungen zu gelten, die fĂŒr den TrĂ€umenden einen Ausgang nehmen werden. Je nachdem das Frauenzimmer geartet ist und sich gibt, dementsprechend wird die Unternehmung des TrĂ€umenden sich abwickeln. Gut ist es ferner, seiner eigenen Sklavin oder seinem eigenen Sklaven beizuwohnen; denn die Sklaven machen das Vermögen des TrĂ€umenden aus. Deshalb bedeuten sie ihm ganz natĂŒrlich Befriedigung in seinem Vermögen, das grĂ¶ĂŸer und ansehnlicher wird. Übel dagegen ist es, von einem Haussklaven gebraucht zu werden, weil man Verachtung und Schaden von ihm zu gewĂ€rtigen hat. Dasselbe gilt, wenn einem solches von seinem Bruder widerfĂ€hrt, gleichgĂŒltig, ob er jĂŒnger oder Ă€lter ist, oder von einem persönlichen Feind. TrĂ€umt man, mit einer gut bekannten und befreundeten Frau zu verkehren, in die man verliebt ist und die man begehrt, so hat das Traumerlebnis infolge der entfachten Leidenschaft keine Bedeutung. Hat der TrĂ€umende aber kein Verlangen nach der Frau, beschert es ihm etwas Gutes, falls die Betreffende vermögend ist; denn in jedem Fall wird der Mann von der Frau, die er im Traum erblickte, unmittelbar oder mittelbar einen Nutzen haben. Ganz natĂŒrlich ist eine, die sich selbst anbietet, auch mit ihrer Habe freigebig. HĂ€ufig bringt dieses Traumgesicht dem TrĂ€umenden, weil er in die Geheimnisse der Frau eingedrungen ist, Vorteil; denn solch eine Frauensperson gibt die Möglichkeit, auch das Geheimste zu berĂŒhren (Ta aporreta = das Geheimnis ist gleichbedeutend mit ta aidoia = die Schamteile). Nichts Gutes bringt es, wegen des Gesetzes, eine gesetzlich Verheiratete zu beschlafen. Dieselben Strafen, die das Gesetz ĂŒber den beim Ehebruch Ertappten verhĂ€ngt, zieht auch das Traumgesicht nach sich. Dagegen ist es fĂŒr eine Frau von Nutzen, von einem Bekannten, sei er wer er sei, in Anspruch genommen zu werden. Einem Mann wiederum bringt es Vorteil, von einem reichen und Ă€lteren gebraucht zu werden; denn von solchen Personen bekommt man gewöhnlich etwas; ĂŒbel dagegen ist es, wenn einem solches von einem jĂŒngeren oder bettelarmen widerfĂ€hrt; denn solchen Leuten pflegt man noch etwas dazugeben. Dasselbe bedeutet es, wenn der, welcher in Anspruch nimmt, zwar Ă€lter, aber ein Bettler ist. TrĂ€umt einer, sein Glied mit den HĂ€nden zu erigieren, wird er einen Sklaven oder eine Sklavin gebrauchen, weil die HĂ€nde, die dabei betĂ€tigt werden, Hilfsdienste leisten. Besitzt er keine Sklaven, wird er Schaden erleiden, wegen der nutzlosen Ausscheidung des Samens. Ich kenne einen Sklaven, dem es trĂ€umte, er masturbiere seinen Herrn; er wurde Betreuer und Erzieher von dessen Kinder; denn er hatte das Glied seines Herrn, das dessen Kinder bezeichnet, in die Hand genommen. Ein anderer wiederum ist mir bekannt, der trĂ€umte, dasselbe widerfahre ihm von seitens seines Herrn. Er wurde an eine SĂ€ule gebunden, erhielt eine Tracht PrĂŒgel und wurde auf diese Weise von seinem Herrn gestreckt. Hinsichtlich des gesetzwidrigen Geschlechtsverkehrs hat man folgendermaßen zu entscheiden: Seinen noch nicht fĂŒnfjĂ€hrigen Sohn zu gebrauchen bedeutet diesem den Tod, wie ich hĂ€ufig festgestellt habe; diese Auslegung ist ganz folgerichtig, weil das Kind verdorben wird; "Verderben" nennen wir aber den Tod. Ist der Junge Ă€lter als fĂŒnf Jahre, aber noch nicht zehn, wird er erkranken, wĂ€hrend der TrĂ€umende sich unbedacht in GeschĂ€fte einlassen und dadurch ruinieren wird. Denn der vor der reife mißbrauchte Knabe wird infolge seines zarten Alters Schmerzen leiden und dadurch erkranken, der Vater aber sich wegen seiner Unvernunft ruinieren; denn niemand, der gesunden Menschenverstand besitzt, denkt daran, seinen Sohn zu gebrauchen oder ĂŒberhaupt einen Knaben dieses Alters zu gebrauchen. Ist der Sohn aber ĂŒber die Kinderjahre hinaus, wird der Vater, falls er arm ist, ihn in die Schule schicken, den Unterricht sich etwas kosten lassen und sich so fĂŒr ihn verausgaben (die AusdrĂŒcke apokriseis poieisthai = absondern, ausscheiden und apousias poieisthai = Verluste erleiden werden im griech. auch in sexueller Bedeutung gebraucht). Hat ein Richter dieses Traumerlebnis, wird er seinen Sohn viel zuwenden und vererben und ihm auf diese Weise von seiner FĂŒlle abgeben. GlĂŒck bringt es, wenn der TrĂ€umende sich mit seinem schon erwachsenen Sohn, falls dieser in der Fremde lebt, einzulassen glaubt; denn der Traum bedeutet, daß beide zusammenkommen und miteinander verkehren werden, wegen der Bedeutung des Ausdruckes "Verkehr". Übel dagegen ist es, wenn der Sohn daheim ist und mit dem Vater zusammenlebt; Vater und Sohn werden sich zwangslĂ€ufig trennen, weil der Geschlechtsverkehr unter MĂ€nnern meistenteils abwendig erfolgt. Wird man von seinem eigenen Sohn gebraucht, wird man empfindlichen Schaden durch ihn erleiden; freilich wird ihn auch der Sohn zu spĂŒren bekommen. TrĂ€umt jemand, sich mit seinem eigenen Vater einzulassen, wird er seine Heimat als Verbannter verlassen oder sich mit seinem Vater ĂŒberwerfen; entweder wird der Vater selbst sich von ihm abwenden, oder seine MitbĂŒrger, die das selbe bedeuten wie der Vater. Sein ganz kleines, noch nicht fĂŒnfjĂ€hriges Töchterchen..., ist es aber jĂŒnger als zehn, bedeutet es dasselbe wie beim Sohn. Ist das MĂ€dchen heiratsfĂ€hig, wird es einen Mann ehelichen, und der TrĂ€umende wird es aussteuern und auf diese Weise der Tochter von seiner FĂŒlle mitteilen. Ich kenne jemand, der diesem Traumerlebnis zufolge seine Gattin verlor, wobei das Traumgesicht sich ganz folgerichtig erfĂŒllte. Denn von da ab fĂŒhrte die Tochter ihm den Haushalt und nahm damit die Pflichten von Gattin und Tochter wahr. WĂ€hnt jemand, mit seiner verheirateten Tochter zu verkehren, so wird diese sich von ihrem Mann trennen und zum Vater zurĂŒckkehren, so daß sie nunmehr mit ihm zusammenlebt und mit ihm verkehrt. Gut ist es fĂŒr einen Armen, der eine reiche Tochter hat, wenn er diese beschlĂ€ft; er wird große Zuwendungen von ihr erhalten und so seine Lust an ihr haben. HĂ€ufig machten reiche VĂ€ter nach diesem Traumgesicht auch gegen ihren Willen grĂ¶ĂŸere Ausgaben fĂŒr die Aussteuer ihrer Töchter, und kranke VĂ€ter starben und ließen ihre Töchter als Erben zurĂŒck. Von der Schwester zu sprechen erĂŒbrigt sich; sie bedeutet dasselbe wie die Tochter. GĂŒnstig ist es fĂŒr den TrĂ€umenden, wenn er seinen Bruder, sei er Ă€lter oder jĂŒnger, gebraucht; er wird ihn ĂŒberflĂŒgeln und geringschĂ€tzig behandeln. Wer sich mit einem Freund einlĂ€ĂŸt, wird sich mit ihm verfeinden, zuvor aber Schaden durch ihn erleiden. Über den widernatĂŒrlichen Geschlechtsverkehr kann man folgendes sagen. TrĂ€umt ein Richter, er verkehre mit sich selbst, so prophezeit es ihm den Verlust seines Vermögens, bitterste Not und Hunger, weil kein Partner fĂŒr ihn da ist, einem Armen dagegen stehen schwere Krankheit oder ĂŒbermĂ€ĂŸige Qualen bevor; denn ohne große Qual kann niemand mit sich selbst verkehren. TrĂ€umt ein Kinderloser, er kĂŒsse sein Glied, so werden ihm Kinder geschenkt werden; hat er Kinder in der Fremde, wird er sie in der Heimat wiedersehen und herzlich kĂŒssen; viele Unverheiratete gingen nach diesem Traumerlebnis eine Ehe ein. Wenn eine Frau eine andere gebraucht, wird sie ihre Geheimnisse der BeischlĂ€ferin mitteilen. Kennt sie diese aber nicht, wird sie nutzlose Handlungen in Angriff nehmen. Wird eine Frau von einer anderen in Anspruch genommen, wird sie sich von ihrem Ehemann trennen oder verwitwen; nichtsdestoweniger wird sie die Geheimnisse der BeischlĂ€ferin kennenlernen. Sich mit einem Gott oder einer Göttin zu vereinigen oder von Gott gebraucht zu werden bedeutet einem Kranken den Tod; denn dann weissagt die Seele die innigste Verbindung mit den Göttern, wenn sie im Begriff ist, ihre Behausung, den Körper, zu verlassen. Allen anderen kĂŒndigt es, wenn sie Lust am Verkehr haben materiellen Nutzen von seiten Bessergestellter an, empfindet sie aber Unmut dabei, Ängste und Aufregungen. In keinem Fall ist es gĂŒnstig; Artemis, Athena, Hestia, Rhea, Hera oder Hekate beizuwohnen. Das Traumgesicht prophezeit dem TrĂ€umenden binnen kurzem den Tod; denn diese Göttinen sind ehrwĂŒrdig, und diejenigen, welche sie anzutasten wagen, mĂŒssen, wie wir glauben, mit schlimmer Strafe rechnen. Mit Selene zu verkehren prophezeit Reedern, Steuerleuten, Großkaufleuten, Astronomen, Reiselustigen und Ladstreichern großen Nutzen, allen anderen dagegen Wassersucht; den einen hilft sie wegen der Bewegung, den anderen, weil es ohne sie keine Himmelsbeobachtung geben kann, die letzteren rafft sie hinweg, weil sie von Natur feucht ist. Ganz unheilvoll ist es, sich mit einem Toten, Mann oder Frau, zu vereinigen, ausgenommen, es handle sich um die Mutter, die Schwester, die Ehefrau oder Geliebte, und von einem Toten gebraucht zu werden; denn die Toten werden zu Erde; sie gebrauchen ist also nichts anderes als in die Erde zu stoßen, und von ihnen gebraucht zu werden, Erde in den Körper aufzunehmen. Beides bedeutet den Tod, ausgenommen fĂŒr Leute, die in der Fremde leben und nicht dort, wo die Toten begraben sind; diesen prophezeit das Traumerlebnis die Heimkehr in das betreffende Land. Und diejenigen, die ihre Heimat verlassen wollen, hindert es daran. TrĂ€umt jemand, Sodomie mit einem Tier zu betreiben, wird er, falls er selbst sich begattet, von einer Person vorteile haben, deren Symbol das betreffende Tier ist. Wird er aber begattet, wird der Betreffende Zwang und Gewalt zu ertragen haben. Viele starben nach diesem Gesicht. Soviel sei ĂŒber den Geschlechtsverkehr gesagt. Scheue keine MĂŒhe, jede Einzelheit des Traumerlebnisses gewissenhaft zu erfragen, denn bisweilen Ă€ndern sich schon bei einem geringfĂŒgigen Zusatz oder einer unbedeutenden Auslassung die TraumausgĂ€nge. So trĂ€umte jemand, der einen kranken Sohn hatte, er gebrauche ihn und empfinde Lust dabei. Der Knabe blieb am Leben; denn sowohl fĂŒr "gebrauchen" als auch fĂŒr "besitzen" sagen wir "haben". In diesem Fall ging die Deutung von dem LustgefĂŒhl aus. Ein anderer, der einen kranken Sohn hatte, trĂ€umte, er gebrauche ihn, sei aber darĂŒber bedrĂŒckt. Der Knabe starb; denn "verdorben werden" ist gleichbedeutend mit "mißbraucht werden" und mit "sterben". In diesem Fall ging die Deutung von dem BedrĂŒcktsein aus.

Es trĂ€ume jemand, er verkehre mit einem StĂŒck Eisen, wie man mit einer Frau verkehrt. Er wurde zur Sklavenarbeit verurteilt und mußte mit Eisen umgehen, das heißt in Ketten leben, ein anderer, der dieses Gesicht hatte, wurde das Geschlechtsglied abgenommen. Ein Mann trĂ€umte, er werde von Ares gebraucht. Er bekam ein Leiden am GesĂ€ĂŸ und Hintern, und da er auf andere Weise nicht geheilt werden konnte, unterzog er sich einem chirurgischen Eingriff und wurde geheilt. Ares bedeutet das Eisen des Messers, wie man auch in der Umgangssprache statt Eisen bildlich Ares sagt; das LustgefĂŒhl am Geschlechtsverkehr deutete an, daß der Eingriff glĂŒcklich verlaufen werde.

Siehe auch Bordell Fellatio Koitus Mutter SexualitÀt


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