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Traumdeutung Geometrische Figuren

Die Seitenanzahl einer Figur ist ebenso von Bedeutung wie ihre Farbe (siehe "Farben", "Zahlen"). In einem bestimmten Stadium der Entwicklung treten geometrische Figuren, die dem Menschen ein grĂ¶ĂŸeres VerstĂ€ndnis fĂŒr die abstrakte Welt ermöglichen, im Traum auf. Es ist, als ob die alte Wahrnehmung der Form eine neue Bedeutung anzunehmen beginnt. Der TrĂ€umende akzeptiert die Natur der Dinge und betrachtet damit die grundlegende Struktur seines Wesens. Er kann die Grundform, die sein Leben hat, wertschĂ€tzen, ohne sich emotionale Hindernisse in den Weg zu legen. Geometrische Formen sind wie Zahlen im Traum stets symbolisch zu deuten. Im Unterschied zu frĂŒheren Auffassungen haben Zahlen spĂ€testens seit dem Anfang des 20 Jhr. keine bestimmten Inhalte von allgemeingĂŒltiger Bedeutung mehr. Die Symbolik einer Zahl muß aus ihrem Kontext im
Traum aufgefaßt werden. Was nun die Formen angeht, so kommt es selten vor, daß Sie eine reine geometrische Form im Traum sehen. Aber schauen Sie zum Beispiel die Form der PlĂ€tze im Traum an. GĂ€rten, StraßenzĂŒge, Muster und GegenstĂ€nden weisen hĂ€ufig geometrische Formen, die auf die drei Grundformen Kreis, Quadrat und Dreieck zurĂŒckzufĂŒhren sind. C. G. Jung betrachtete intensiv die Mandalasymbolik im Traum. (Allerdings behaupten viele Traumforscher/innen, die PrĂ€senz des Mandalas im Traum und gar in langen Traumreihen sei, zumindest fĂŒr die europĂ€ischen Traumbilder, vorwiegend eine von Jung erfundene Sache. Ein Mandala ist eine symmetrische geometrische Figur, die die kosmischen KrĂ€fte und die innere Ordnung des TrĂ€umers oder der TrĂ€umerin verdeutlicht. Richtet man seine Aufmerksamkeit auf das Erkennen solcher Mandalas im Traum, wird man sie im zunehmenden Maße immer hĂ€ufiger in seinen TrĂ€umen entdecken. Bei den anderen geometrischen Grundformen verhĂ€lt es sich Ă€hnlich.

- Dreieck: Das Dreieck verweist als Traumsymbol auf den Geist. Das leitet sich aus der LinienfĂŒhrung des Dreiecks ab. Zwei Dreiecksseiten mĂŒnden jeweils in einem Punkt. Man bringt also etwas auf den Punkt. Außerdem symbolisiert das Dreieck auch die Dialektik, eine Form des Denkens in These, Antithese und Synthese. Das nach unten spitz zulaufende Dreieck symbolisiert in fast allen Kulturen das Weibliche, was sich aus der Form der Schambeharrung ergibt. Das nach oben spitz zulaufende Dreieck symbolisiert in fast allen Kulturen den mĂ€nnlichen Archetyp. Sehen Sie beispielsweise eine Pyramide im Traum, so deutet dieses Traumsymbol unter anderem auf Ihre geistige Ausrichtung hin.

- FĂŒnfeck (Pentagramm): Das FĂŒnfeck deutet im Traum auf die menschliche Harmonie hin. Im Pentagramm schneiden sich alle Linien im goldenen Schnitt und verweisen so auf eine innere Harmonie. Der goldene Schnitt macht das TeilungsverhĂ€ltnis einer Strecke aus, das der Mensch als harmonisch und gefĂ€llig ansieht, da es die MaßverhĂ€ltnisse seines Körpers wiedergibt.

- Kreis: Der Kreis stellt das archetypische Traumsymbol des Weiblichen dar. Der aus "Tausendundeine Nacht" bekannte Abbassiden-Herrscher, der Kalif Harun al Raschid war sich schon dessen bewußt, als er Bagdad im Kreis anlegen ließ mit der BegrĂŒndung, daß diese Stadt die Mutter aller StĂ€dte werden solle, indem sie wie keine andere durch ihre Kreisform mĂŒtterliche Geborgenheit vermittelt. Daß das Runde und Kreisförmige das Weibliche symbolisiert, ist von der Körperform der Frau abgeleitet. Freud war der Ansicht, daß sich alle Symbolik letztendlich auf die anatomischen VerhĂ€ltnisse des menschlichen Körpers zurĂŒckfĂŒhren lassen. Ferner symbolisiert seit alten Zeiten bis hin zu der KĂŒnstlergruppe des Bauhausses (Dessau/Berlin/Leipzig) der Kreis die Seele und das GefĂŒhl. Das ist schon von daher verstĂ€ndlich, da der Kreis weder Anfang noch Ende besitzt. Somit deutet er auch auf die Unendlichkeit hin und damit auf den ewigen Fluß des Lebens. Sehen Sie zum Beispiel im Traum einen runden Platz, so sind alle VorgĂ€nge, die sich dort abspielen, und alle Symbole, die
Sie dort im Traum sehen und des Flusses der Lebensenergie zu betrachten.

- Kreuz: Richtungs- und Ordnungssymbol. Einheit der vier Himmelsrichtungen, Temperamente, Elemente usw. Der Schnittpunkt in der Mitte des Kreuzes gilt in vielen Überlieferungen auch als Quintessenz, als die wesentliche fĂŒnfte Kraft.

- Mandala: Als Mandala kann im Traum jede klappsymetrische Figur angesehen werden. Im Traum treten Mandalas hĂ€ufig in der Form von PlĂ€tzen oder von GĂ€rten auf. C. G. Jung wertete das Erscheinen des Traumbilds Mandala stets als Ă€ußerst gĂŒnstiges Zeichen. Es verweist darauf, daß der TrĂ€umer oder die TrĂ€umerin einen Fortschritt auf seinen Weg der Individuation gemacht hat. Man ist also vollstĂ€ndiger geworden und die inneren KrĂ€fte haben sich harmonisch geordnet.

- Punkt: Das Besondere, das Einmalige.

- Quadrat: Das Quadrat tritt relativ hĂ€ufig im Traum auf, allerdings ĂŒbersehen wir es hĂ€ufig, da wir normalerweise nicht gewohnt sind, auf geometrische Formen im Traum zu achten. Seit dem griechischen Philosophen Platon symbolisiert das Quadrat die Erde und somit auch den Körper. Die vier rechten Winkel des Quadrats geben das Statische und Feste der Erde wieder.

- Rechteck: Ebenfalls Symbol der Materie und der irdischen RealitÀten mit ihren Ecken und Winkeln.

- Sechseck: Allgemein weist das Sechseck im Traum auf Harmonie und Verbindung hin. Das soll auch das sogenannte Siegel Salomons (auch Davidstern genannt) verdeutlichen, das von den Alchimisten als die Verbindung aller Elemente angesehen wurde. Das Traumsymbol Sechseck symbolisiert bisweilen auch die Verbindung des MĂ€nnlichen mit dem Weiblichen, da es aus zwei ĂŒbereinanderliegenden Dreiecken besteht, deren eine Seite nach oben, der des anderen nach unten zeigt.

Im einzelnen können die folgenden geometrischen Figuren im Traum eine Rolle spielen:

Dreieck:
- Das Dreieck symbolisiert den Menschen mit seinen drei Hauptbestandteilen: Körper, Geist und Seele. Bewußtsein und Liebe werden durch seine Körperlichkeit manifestiert.
- Wenn das Dreieck nach oben weist, bewegt sich die menschliche Natur dem Göttlichen entgegen.
- Zeigt es nach unten, ist es der Geist, der Ausdruck mittels des Physischen sucht.
- Das Dreieck kann auch als Symbol fĂŒr familiĂ€re Beziehungen zum Beispiel zwischen Vater, Mutter und Kind stehen.

Hackenkreuz:
- Ein Hackenkreuz, dessen Arme im Uhrzeigersinn angeordnet sind, zeigt den idealen Menschen und seine Kraft, Gutes zu tun. In der östlichen Symbolik steht die Figur fĂŒr die Bewegung der Sonne.
- Sind die Arme gegen den Uhrzeigersinn angeordnet, ist das Hackenkreuz als Symbol des Faschismus Sinnbild fĂŒr alles Böse und Falsche.

Halbmond:
- Er symbolisiert die weibliche, geheimnisvolle Kraft, die intuitiv und nicht rational ist.

Hexagramm:
- Das Sechseck steht fĂŒr die harmonische Entwicklung der physischen, sozialen und spirituellen Elemente im menschlichen Leben und ihre Integration in ein vollkommenes Ganzes. Es symbolisiert die Vereinigung von MĂ€nnlich und Weiblich, von Materie und Geist zu einem vollkommenen Ganzen.

Kreis:
- Er verkörpert das innere Wesen oder das Selbst des Menschen. Ein runder Gegenstand, wie zum Beispiel ein Ring, symbolisiert Einheit, Perfektion und die vollkommene Seele.

Kreuz:
- Jedes Kreuz steht fĂŒr die Manifestation des Geistes in der Materie. WĂ€hrend die Seele sich vom Symbol des Schwertes zu dem gleicharmigen Kreuz, weiter zum Kreuz des Leidens, zur Kreuzigung und schließlich zum Tao der Perfektion bewegt, lernt sie durch Erfahrung, die Hindernisse auf dem Weg der spirituellen Entwicklung zu ĂŒberwinden. Die vier in die entgegengesetzten Richtungen weisenden Arme symbolisieren Konflikt, Schmerz und Leid, doch wer sie durchlebt, erreicht Vollkommenheit.
- Das hĂ€ngende Kreuz mit der Gestalt des Christus verbildlicht die Opferung des Selbst fĂŒr andere Menschen.
- Der Kreuzungspunkt reprÀsentiert die Versöhnung von GegensÀtzen.
- Die drei oberen Arme des christlichen Kreuzes stehen fĂŒr Gottvater, Sohn und Heiligen Geist (siehe auch "Religiöse Bilder").

Kugel:
- Sie wird mit Vollkommenheit und Vollendung aller Möglichkeiten in Verbindung gebracht.

Mittelpunkt:
- Er ist der Punkt, an dem alles beginnt, von dem aus sich auch die Form entwickelt.

Muster:
- Im Traum kann das Muster eines KleidungsstĂŒckes, einer Tapete oder ein Mosaik ein Hinweis darauf sein, daß sich die Verhaltensweisen des TrĂ€umenden auf eine bestimmte Weise wiederholen und ihn zur Nachdenklichkeit anregen.

Oval:
- Es symbolisiert die GebÀrmutter und allgemein das weibliche Prinzip. Als Mandorla ist es der Heiligenschein, der Christus oder Maria vollkommen umgibt.

Quadrat/WĂŒrfel:
- Beide stehen fĂŒr die irdische SphĂ€re als Gegensatz zum Himmel: Ein Quadrat innerhalb eines Kreises steht fĂŒr das Werden, dafĂŒr, daß etwas Form annimmt. Die Figur in einem Quadrat ist das Selbst oder der vollkommene Mensch. Jeder quadratische Gegenstand ist ein Symbol fĂŒr das umfassende, weibliche Prinzip.

Raute:
- Als Traumbild ist sie ein Hinweis darauf, daß der TrĂ€umende die Wahl zwischen grĂ¶ĂŸerem und kleineren Möglichkeiten hat.

Spirale:
- Die Spirale ist der vollkommene Pfad fĂŒr die Evolution. Alles befindet sich ohne Unterlaß in Bewegung und steigt zugleich stĂ€ndig an oder erhöht seine Schwingung.
- VerjĂŒngt sich die Spirale zur Mitte hin, nĂ€hert sich der TrĂ€umende seiner Mitte auf indirektem Weg.
- Eine im Uhrzeigersinn nach außen drehende Spirale steht fĂŒr eine Entwicklung hin zu Bewußtheit und Erleuchtung.
- Im Gegenuhrzeigersinn zielt sie auf das Unbewußte und wahrscheinlich auf alte Verhaltensmuster.
- Der Nabel oder Solarplexus wird als Zentrum der Kraft in der menschlichen Lebensspirale begriffen (siehe auch "Labyrinth").

Stern:
- In der Regel verkörpert jede Art von Stern die Hoffnungen, das Sehnen und die Ideale des Menschen.
- Der fĂŒnfzackige Stern, dessen eine Spitze nach oben weisen muß, beschwört persönliche Magie und alle Materie in Harmonie. Im Traum symbolisiert er die Beherrschung von magischen FĂ€higkeiten und geistigen Bestrebungen durch den TrĂ€umenden.
- Auf dem Kopf stehend ist der Stern Symbol fĂŒr Böses und Hexerei.
- Der sechszackige Stern oder Davidsstern besteht aus zwei zusammengesetzten Dreiecken. Das Physikalische und das Spirituelle sind in Harmonie verbunden, um Weisheit zu schaffen.

Es gibt ein Spiel mit geometrischen Figuren, bei dem man ein Quadrat, einen Kreis und ein Dreieck zeichnet.
Eine andere Person fĂŒgt diese geometrischen Grundformen zu einer Zeichnung zusammen. Was er aus dem Quadrat macht, soll mit seiner Sichtweise der Welt in Verbindung stehen, der Kreis mit seinem inneren Wesen und das Dreieck mit seinem Geschlechtsleben.

Siehe auch Farben Muster


Das Lexikon von Traumdeutung-Traumsymbole.de umfaßt über 9000 Erklärungen und Deutungen zu Begriffen des alltäglichen Lebens. Die Begriffserklärungen sind dazu gedacht, einen ersten Anhaltspunkt über die mögliche Bedeutung eines Traumes zu bekommen, und können eine professionelle Traumdeutung nicht ersetzen.
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