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Traumdeutung Familie

Verwandte; Gruppe - Womit bin ich bereit, in Beziehung zu treten? Wo fĂŒhle ich mich zugehörig?

Mit der Familie hĂ€ngt die erste Vorstellung von grundlegender Sicherheit zusammen, die ein Kind entwickelt. Oft wird dieses Bild verzerrt durch UmstĂ€nde, auf die das Kind keinen Einfluß hat. Durch TrĂ€ume versucht der Mensch, dieses Bild wieder zu entzerren oder auch die Verzerrung zu bestĂ€tigen. Vielleicht handelt ein Traum von einem Streit mit einem Familienmitglied. Doch die Deutung dieses Traumes hĂ€ngt sowohl von der Traumsituation als auch von der tatsĂ€chlichen Beziehung des TrĂ€umenden zu dieser Person ab. Alle zukĂŒnftigen Beziehungen werden von jenen beeinflußt, die der Mensch zuerst zu den Mitgliedern seiner Familie aufgebaut hat. Familie steht fĂŒr hĂ€usliches GlĂŒck, eine erfĂŒllte, friedliche Ehe oder Partnerbeziehung; entweder wĂŒnscht man sich das und sollte sich dann mehr darum bemĂŒhen, oder man erkennt darin, daß man mit seinen familiĂ€ren VerhĂ€ltnissen zufrieden und glĂŒcklich sein kann. Auch der Kampf um die IndividualitĂ€t eines Menschen sollte im geschĂŒtzten Bereich der Familie stattfinden. Dies ist jedoch nicht immer der Fall. In TrĂ€umen "manipuliert man das Bild der mitspielenden Familienmitglieder, um die eigenen Schwierigkeiten durcharbeiten zu können, ohne dabei jemanden zu schaden. (Es ist ĂŒbrigens bemerkenswert, daß es tiefgreifende Auswirkungen auf die Interaktionen und unbewußten ÜbereinkĂŒnfte zwischen anderen Familienmitgliedern haben kann, wenn ein Mitglied dieser Familie sich um die Deutung seiner TrĂ€ume bemĂŒht.) Nahezu sĂ€mtliche Probleme, mit denen ein Mensch im Laufe seines Lebens konfrontiert werden kann, spiegeln sich in irgendeiner Form auch in der Familienkonstellation wider. In Zeiten großer Belastungen kommen daher oft TrĂ€ume von frĂŒheren Problemen und Schwierigkeiten innerhalb der Familie vor. TrĂ€ume von der eigenen Familie können meist gĂŒnstig ausgelegt werden, es sei denn, man hat sich im Traum mit ihr ĂŒberworfen. Angehörige stehen im Traum oft auch fĂŒr gut- oder schlechtgesinnte Menschen im Privatleben. Da familiĂ€re Beziehungen so wichtig sind, können TrĂ€ume, in denen Familienmitglieder vorkommen, eine besondere Bedeutung haben.

Typische Traumthemen können die folgenden sein:
Die Mutter eines Mannes verwandelt sich im Traum in eine andere Frau: Die erste enge Beziehung zu einer Frau im Leben eines Mannes ist die zu seiner Mutter. AbhĂ€ngig von den TraumumstĂ€nden, kann eine solche Verwandlung positiv oder negativ sein. FĂŒr den TrĂ€umenden ist es ein Zeichen seines Wachstums, wenn es ihm im Traum gelingt, seine Mutter loszulassen. In diesem Fall legt die Verwandlung nahe, daß sich seine Wahrnehmung
von Frauen verÀndert (siehe "Anima" unter "Archetypen").

Der Vater, Bruder oder Geliebter einer Frau verwandelt sich in eine andere Person: Die erste Beziehung einer Frau zu einem Mann ist normalerweise die Beziehung zu ihrem Vater. Wenn sie sich entwickeln und erfĂŒllte Liebesbeziehungen zu MĂ€nnern aufbauen will, muß sie lernen, aus der Beziehung zu ihrem Vater herauszutreten und mit ihrem Animus umzugehen (siehe "Animus" unter "Archetypen").

Der Bruder eines Mannes oder die Schwester einer Frau: Sie stellen im Traum hĂ€ufig den Schatten dar. HĂ€ufig ist es leichter, die eigenen negativen Seiten zu akzeptieren, wenn man sie auf die Mitglieder der Familie projiziert. Wenn man sich nicht um die Auflösung dieser Projektionen kĂŒmmert, kann dies spĂ€ter zu Schwierigkeiten in der Partnerschaft und in der eigenen Familie fĂŒhren. Oft zeigt sich ein Weg zur Auflösung solcher Projektionen in TrĂ€umen. Das Aggressionsmuster zwischen Familienmitgliedern ist in allen Familien recht Ă€hnlich, dennoch ist es leichter, es im Traum durchzuarbeiten als im wirklichen Leben. TrĂ€ume ĂŒber die Familie sind deshalb so hĂ€ufig, weil die meisten Konflikte zuerst im familiĂ€ren Umfeld erlebt werden. Auf diese Weise entsteht eine Art Beziehungsschablone, die immer so bleiben wird, wenn man sich nicht bewußt um VerĂ€nderung bemĂŒht.

Im Traum kann es unter anderem zu den folgenden Traumsituationen oder -konstellationen kommen:
Eine Traumfigur setzt sich aus mehreren Familienmitglieder zusammen (etwa der Kopf der Mutter auf dem Körper des Vaters): Dies kann ein Hinweis darauf sein, daß der TrĂ€umende sich nicht entscheiden kann, welcher Elternteil fĂŒr ihn der bestimmende ist.

Verletztes Familienmitglied: Ist im Traum ein Familienmitglied verletzt oder erscheint es in irgendeiner Weise verzerrt, dann kann dies ein Hinweis darauf sein, daß der TrĂ€umende sich vor ihm fĂŒrchtet oder Angst um dieses hat.

Wiederkehrendes Familienmitglied (oder es bleibt jedesmal aus, wenn man es erwartet): Der TrĂ€umende muß sich um grĂ¶ĂŸeres VerstĂ€ndnis fĂŒr diese Person oder aber fĂŒr den eigenen Persönlichkeitsanteil, den sie reprĂ€sentieren kann, bemĂŒhen.

Inzestuöse Beziehung: Ein solcher Traum kann ein Hinweis darauf sein, daß sich der TrĂ€umende nach einer Verschmelzung mit dem betreffenden Familienmitglied sehnt. Das fĂŒr diese innige Beziehung typische MachtgefĂ€lle macht die noch unreife SexualitĂ€t des TrĂ€umenden deutlich.

UnterdrĂŒckung durch die Eltern: Eine solche Situation löst beim TrĂ€umenden Auflehnung aus. Dies verweist darauf, daß er sich von dem in der Kindheit erlernten Verhalten lösen muß, um sich als eigenstĂ€ndige Persönlichkeit zu entwickeln.

Der Tod der Eltern oder eines Elternteils im Traum kann eine Àhnliche Bedeutung haben.

Unangemessenes Verhalten der Eltern oder eines Elternteils: Dies ist möglicherweise ein Hinweis fĂŒr den TrĂ€umenden, daß er die kindliche Sichtweise, nach der die Eltern vollkommen sind, korrigieren und durch eine realistische ersetzen muß, die ihnen Fehler und MĂ€ngel zubilligt.

RivalitĂ€t mit einem Elternteil: In der ersten Zeit nach der Geburt durchlĂ€uft ein Kind eine Phase der Ă€ußersten Selbstbezogenheit, die dann von einer einzigartigen Beziehung, normalerweise mit der Mutter, abgelöst wird. Erst spĂ€ter entwickelt das Kind Verlangen nach einer anderen Beziehung zu einer dritten Person. Durch diese neue Beziehung wird das Kind dazu veranlaßt, ĂŒber seinen Wert als Person nachzudenken. Vermag es dies nicht erfolgreich zu Ende zu bringen, dann kann es im Traum als Konflikt mit einem Elternteil ĂŒberdauern.

Konflikt zwischen einem geliebten Menschen und einem Familienmitglied: Der TrĂ€umende hat noch keine völlige Klarheit ĂŒber seine Unterschiedlichen WĂŒnsche und BedĂŒrfnisse bezĂŒglich jeder dieser beiden Personen gewonnen. Einen Menschen zu lieben, mit dem man nicht ĂŒber die Familie verbunden ist, ist ein Zeichen der Reife.

Ein Familienmitglied mischt sich im Traum ein: Dies kann darauf hinweisen, daß FamilienloyalitĂ€t in Widerspruch zum Alltagsleben des TrĂ€umenden geraten kann.

RivalitĂ€t zwischen Geschwistern: Dies verweist auf UnsicherheitsgefĂŒhle und Zweifel; möglicherweise fĂŒhlt sich der TrĂ€umende von seiner Familie nicht genĂŒgend geliebt.

Die Archetypen (siehe "Archetypen") schlĂŒpfen mitunter in die Rolle einzelner Familienmitglieder und ihre Position innerhalb der Familie. Der Vater symbolisiert also beispielsweise das mĂ€nnliche Prinzip der AutoritĂ€t, wĂ€hrend die Mutter fĂŒr nĂ€hrende und schĂŒtzende Weiblichkeit steht.

Die folgenden Traumfiguren können eine Rolle spielen:
Bruder: Ein Bruder kann geistige Verwandtschaft und RivalitĂ€t zugleich darstellen. Ein Ă€lterer Bruder symbolisiert im Traum eines Mannes möglicherweise Erfahrung und AutoritĂ€t, ein jĂŒngerer hingegen Verletzbarkeit und möglicherweise fehlende Reife. Im Traum einer Frau kann ein jĂŒngerer Bruder RivalitĂ€tsgefĂŒhle zum Ausdruck bringen, aber auch Verletzbarkeit. Ein Ă€lterer Bruder reprĂ€sentiert ihr extrovertiertes Selbst.

Ehefrau/Lebenspartnerin: Die QualitÀt einer solchen Partnerschaft hÀngt stark davon ab, wie sich der Mann selbst wahrnimmt. Hatte er als Kind eine gute, ja sogar erfolgreiche Beziehung zu seiner Mutter, so wird er sich im Traum auch als guter Ehemann darstellen. Er erlebt den möglichen Verlust oder Tod seiner Partnerin auf dieselbe Weise wie den "Verlust" der Mutter.

Ehemann/Lebenspartner: In der Beziehung zwischen Beziehungspartnern ist es von entscheidender Wichtigkeit, wie die Frau ihre SexualitĂ€t und die IntimitĂ€t ihres Körpers empfindet und wie sie sich seelisch-geistig fĂŒhlt. Ihre Selbstwahrnehmung ist geprĂ€gt durch die Verbindung mit ihrem Vater, und jede spĂ€tere Partnerschaft wird dadurch gefĂ€rbt sein. Bringt sie ihre Selbstzweifel und Ängste nicht auf gesunde Weise zum Ausdruck, dann kommen diese in TrĂ€umen als Verlust oder Tod ihres Partners an die OberflĂ€che, sie können aber auch auf die MĂ€nner anderer Frauen projiziert werden.

Entfernte Familienmitglieder: (wie Cousin, Tanten, Onkel): Entferntere Familienmitglieder tauchen fĂŒr gewöhnlich in TrĂ€umen entweder als sie selbst auf oder als ReprĂ€sentanten einzelner Persönlichkeitsmerkmale, welche der TrĂ€umende nicht zur Kenntnis nehmen will.

Großeltern: TrĂ€ume von ihnen können sich direkt auf sie beziehen, aber auch auf die Traditionen und Glaubenshaltungen, die sie an den TrĂ€umenden weitergegeben haben. Großeltern erfahren erst dann, ob sie ihre Söhne oder Töchter richtig großgezogen haben, wenn diese selbst eigene Kinder haben.

Mutter: Die Beziehung eines Kindes zu seiner Mutter ist von zentraler Bedeutung fĂŒr seine Entwicklung. Dies ist die erste Beziehung, die ein Kind entwickelt, und es sollte sie daher als nĂ€hrend und fĂŒhrsorglich empfinden. Trifft dies nicht zu, können Ängste und Zweifel entstehen. Im Leben eines Mannes kann dies zur Folge haben, daß er immer wieder AbhĂ€ngigkeitsbeziehungen mit Ă€lteren Frauen eingeht oder sein BedĂŒrfnis nach einer Beziehung leugnet. Im Leben einer Frau fĂ€rbt ihr VerhĂ€ltnis zur Mutter ebenfalls alle ĂŒbrigen Beziehungen. Sie fĂŒhlt sich vielleicht in die Rolle gedrĂ€ngt, sich um den bedĂŒrftigen Mann zu kĂŒmmern, oder aber geht Beziehungen mit MĂ€nnern und Frauen ein, in denen sie nicht auf ihre Kosten kommt. Es gibt viele Möglichkeiten, in TrĂ€umen die Beziehung mit der Mutter aufzuarbeiten, und derjenige, der sich mit der Deutung solcher TrĂ€ume befaßt, kann hierdurch große Schritte in seiner Entwicklung machen.

Schwester: Eine Schwester stellt im Traum gewöhnlich die emotionale Seite des TrĂ€umenden dar. Er ist dazu in der Lage, mit diesem Bestandteil seines Selbst Verbindung aufzunehmen, vorausgesetzt, er bringt VerstĂ€ndnis fĂŒr die Persönlichkeit der Schwester auf. Eine Ă€ltere Schwester im Traum eines Mannes kann schikanierendes Verhalten, aber auch FĂŒrsorge zum Ausdruck bringen. Handelt es sich um eine jĂŒngere Schwester, dann verkörpert
sie seine verletzbare Seite. Eine jĂŒngere Schwester im Traum einer Frau steht fĂŒr RivalitĂ€t und eine Ă€ltere fĂŒr FĂ€higkeit.

Sohn: Ein Sohn kann im Traum den Wunsch des TrĂ€umenden nach Selbstausdruck und Extraversion darstellen. Oder aber er symbolisiert elterliche Verantwortung. Im Traum einer Mutter kann ein Sohn deren Ehrgeiz, Hoffnung und Potential reprĂ€sentieren. Im Traum eines Vaters kann er unerfĂŒllte Hoffnungen zum Ausdruck bringen.

Tochter: Im Traum einer Frau verweist die Beziehung zur Tochter normalerweise auf eine gegenseitige UnterstĂŒtzung, obwohl möglicherweise auch RivalitĂ€t und Eifersucht eine Rolle spielen. Im Traum eines Mannes kann die Tochter Ängste und Zweifel symbolisieren, die beim Umgang mit der eigenen Verletzbarkeit auftauchen können.

Vater: Ist die Beziehung zum Vater gesund, dann drĂŒckt sich dies durch ein positives Vaterbild auch im Traum aus. Der Vater reprĂ€sentiert AutoritĂ€t und die konventionellen Formen von Recht und Ordnung. Im Leben eines Mannes ĂŒbernimmt der Vater die gleichgeschlechtliche Vorbildrolle (oder auch nicht). Im Leben einer Frau stellt der Vater die Schablone dar, anhand derer sie alle zukĂŒnftigen Beziehungspartner bewertet. Reifere Beziehungen sind jedoch nur möglich, wenn sie sich beispielsweise mit UnterstĂŒtzung der Traumarbeit, von ihrem Vater löst.

: - von seiner Familie umgeben sein: kĂŒndigt GlĂŒck und Zufriedenheit an; unter besonderen UmstĂ€nden kann man auch auf einen UnglĂŒcksfall schließen;
- glĂŒcklich sehen: bedeutet GlĂŒck;
- Krankheit und Streit sehen: verheißt UnglĂŒck und EnttĂ€uschung;
- Familienzuwachs bekommen: einige PlÀne scheitern, wÀhrend andere gelingen;
- Verlust eines Kindes: PlĂ€ne werden vereitelt werden; man bleibt frustriert zurĂŒck;
- Verlust von Angehörigen oder Freunden: gut vorbereitete PlÀne werden scheitern; man hat schlechte Zukunftsaussichten.


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